Kommunikationswirtschaft: Stellenangebote rückläufig, aber Mangel an Spezialisten
BERLIN (zaw) - Die Arbeitsplatzangebote für Kommunikationsexperten in werbenden Unternehmen, Agenturen und Werbung verbreitenden Medien sind im Jahr 2012 um 11 Prozent gesunken, doch die Suche nach geeigneten Spezialisten insbesondere in den Arbeitsfeldern Strategie, Media und Internet hält weiter an. "Sollte die Werbekonjunktur nach ihrem Einbruch im vergangenen Jahr wieder anziehen, wird der Expertenmangel noch spürbarer werden", sagte ein Sprecher des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft ZAW in Berlin anlässlich der Vorlage der aktuellen Arbeitsmarktanalyse der Branche.
Offerten überwiegend in Onlinediensten
Für das Jahr 2012 erfasste die Trendbeobachtung des ZAW insgesamt 4.310 Arbeitsplatzofferten für Werbeberufe in ausgewählten Zeitungen, Fachzeitschriften und Internetdiensten. Die meisten Angebote kamen mit 84 Prozent von Werbeagenturen, 11 Prozent von Medien und 5 Prozent von werbenden Firmen. Meistgenutzte Ausschreibungsplattform waren zu fast zwei Drittel Onlinedienste und ein Drittel Printmedien. "Ein klare Verlagerung ins Internet", so der Dachverband.
Verkürzten die Werbeagenturen ihre Arbeitsplatzangebote nur um 9 Prozent auf 3.630 Ausschreibungen, fuhren die Medien ihre Suche um 21 Prozent auf 459 und die werbenden Unternehmen um 27 Prozent auf 221 Offerten herunter. Es bleibe zu beobachten, so der ZAW, ob sich daraus eine weitere Kompetenzverlagerungen auf die Agenturen angesichts komplexer Verhältnisse in den meisten Sektoren von Markt-Kommunikation ergibt.
Strategie, Kreation und Medien dominieren
Auffällig bei den Stellenangeboten war 2012 die betonte Suche nach Experten der strategischen Kundenberatung, der kreativen Gestaltung von Kommunikationsmaßnahmen in den Märkten und der Medienberatung: Am Gesuchtesten waren Account-Manager, Art-Direktoren, Texter, Projektleiter Marketing mit Schwerpunkt Werbung, Medienberater, Planner und Kundenbetreuer.
Flaue Werbekonjunktur wirkt auf Arbeitsmarkt
Der Langzeitvergleich von Investitionen in Werbung im deutschen Markt und Stellenausschreibungen für Werbeexperten bestätigt die These vom inneren Zusammenhang: Geringere Werbeausgaben dämpfen auch die aktuelle Suche nach Fachleuten der Markt-Kommunikation. Der ZAW aber warnt: "Solche Kurzfristeffekte verdecken den bereits vor allem in Agenturen nachhaltig spürbaren Mangel an geeigneten Experten in den generalistischen Arbeitsbereichen Strategie und integrierter Kommunikation." Der sich abzeichnende Rückgang der erwerbsfähigen Personen in Deutschland durch den einsetzenden Bevölkerungsschwund werde zu einem 'Hauen und Stechen' um qualifizierte Fachkräfte und den Nachwuchs in allen Arbeitsbereichen der bundesdeutschen Wirtschaft führen. Darauf sollten sich werbende Unternehmen, Medien und insbesondere die Agenturen jetzt einstellen, so der ZAW.
Kommerzielle Kommunikation bedeutender Arbeitgeber
Insgesamt beschäftigt gegenwärtig die Kommunikationswirtschaft in ihren Kernbereichen (werbende Firmen / Agenturen / Medien) sowie in den Zulieferbetrieben (Industriezweige wie Druck und Papier) rund 936.000 Arbeitnehmer. Treiber der Beschäftigtenzahl ist insbesondere die Digitalwirtschaft mit ihren neu sich herausbildenden Kombinationsberufen von Technik und Werbegestaltung. Nach Einschätzung des ZAW wird das absehbare Wachstum an Arbeitsplätzen in Zusammenhang mit digitaler Markt-Kommunikation den tendenziellen Abbau im Printsektor bei weitem ausgleichen.
Arbeitslosenquote etwas gestiegen
Die Arbeitslosenquote im Kernbereich der kommerziellen Kommunikation ist laut ZAW im zurückliegenden Jahr leicht auf 5,3 Prozent gestiegen (2011: 4,2 Prozent). Da in Deutschland Vollbeschäftigung bei einer Arbeitslosenquote von 4 Prozent statistisch als erreicht gilt, muss die gegenwärtig festgestellte Lage noch nicht besorgniserregend sein.
Tabellen / Schaubilder:
Werbemarkt: Mehr Arbeitslose
Stellenanbieter nach Gruppen der Werbewirtschaft 2012
Arbeitsplätze in der kommerzielle Kommunikation
Stellenangebote für Werbeberufe 2012
Stellenangebote der Werbebranche
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